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 Mineralienaufsicht NEAT Wallis

Geologisches Prognoseprofil des Lötschberg-Basistunnels (=LB)

Geologische Einheiten (Walliser Seite, von N nach S, jede Einheit wird nur einmal erwähnt)

Tektonik

Geologie

GG

Gastern-Granit

AK

altkristalline Gneise und Schiefer

JK

Jungfraukeil und Sedimenteinschuppungen

AK

Amphibolite

AK

Störungszone Dornbach

AK

Karbon von Ferden

ZAG

Zentraler Aare-Granit

BG

Baltschieder Granodiorit

PAG

Malm

PAG

Dogger

PAG

Lias

PAG

Trias

Mineralien im Lötschberg-Basistunnel (Beispiele, alphabetische Reihenfolge)

Alle Bilder wurden mit einer handelsüblichen Digitalkamera zu Dokumentationszwecken erstellt.

Foto Name/Formel Beschreibung
Adular
Tektosilikat
(K,Na)AlSi308
Kantenlänge: ca. 1.3 cm, mit Chlorit überzogen
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Gerardo Abriola, Mineur
Amiant
Silikat
Ca2(Mg,Fe+2)5(Si4011OH)2
Grösse: ca. 3 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Richard Williner (+) (örtliche Bauleitung Steg) und André Henzen
Apophyllitkristalle auf Bergkristall
Silikat
Apophyllit: KCa4(Si4010)2(F,OH).8H20
Grösse: bis 5 mm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Peter Schillig (Gehilfe Mineralienaufsicht) und André Henzen
Apophyllitkristalle auf Bergkristall
Silikat
Apophyllit: KCa4(Si4010)2(F,OH).8H20
Grösse: ca. 5 mm
Kommentar: Die kleinen Apophyllitkristalle sind aussergewöhnlich klar und farblos, mit spiegelglatten Kristallflächen Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Apophyllit
Silikat
Apophyllit: KCa4(Si4010)2(F,OH).8H20
Grösse: ca. 3 cm
Kommentar: schönster Apophyllitkristall dieser Grösse aus dem Lötschberg-Basistunnel, links im Bild etwas Nebengestein am Kristall hängend, mit parkettähnlichem Basispinakoid
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Apophyllit mit Bergkristall
Silikat
Apophyllit: KCa4(Si4010)2(F,OH).8H20
Grösse: 3.8 cm
Kommentar: grösster intakter Apophyllitkristall aus dem Tunnel, ein weiterer Kristall sitzt dem Hauptkristall auf, zusätzlich steckt im Apophyllit noch ein glasklarer Bergkristall (Mitte links sichtbar), daneben viel Aktinolith, teils durch den Hauptkristall führend
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Bergkristall (Quarz)
Oxid
SiO2
Grösse: 3.5 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Bergkristall (Quarz)
Oxid
SiO2
Grösse: ca. 2 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Bergkristall "Fadenquarz"
Oxid
SiO2
Grösse: ca. 2 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Bergkristall "Fadenquarz"
Oxid
SiO2
Grösse: ca. 3 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Bergkristall mit Calcit
Oxid/Carbonat
SiO2 und CaCO3
Länge des Bergkristalls: ca. 4.5 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Calcit (Kalkspat)
Carbonat
CaCO3
Grösse: 32.7 cm
Beschreibung: Einzelkristall, allseitig terminiert, übersät von Apophyllitkristallen, etwas Chlorit
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Gerardo Abriola, Mineur
Calcittafel mit Pyritwürfeln
Carbonat
CaCO3
Grösse: ca. 5 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Stefan Schneider, Geologe
Calcit
Carbonat
CaCO3
Kantenlänge des glasklaren Kristalls: ca. 3 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Heribert Leiter, TBM-Maschinist
Calcit
Carbonat
CaCO3
Kantenlänge des Kristalls: ca. 5.5 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Heribert Leiter, TBM-Maschinist
Calcit
Carbonat
CaCO3
Kantenlänge des Kristalls: ca. 6 cm
Bemerkung: Der ansonsten glasklare Kristall ist noch nicht gereinigt, weshalb man noch die Spuren des Kluftlehms sieht.
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Heribert Leiter, TBM-Maschinist
Chabasit neben Bergkristall und Chlorit
Silikat
CaAl2Si4O12.6H2O
Kantenlänge: ca. 12 mm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Chalkopyrit (Kupferkies) mit Pyrrhotin (Magnetkies)
Sulfide
CuFeS2 sowie
Fe1-xS (x = 0 bis 0.17)
Grösse: ca. 2.2 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Heribert Leiter, TBM-Maschinist
Epidot
Silikat
Ca2(Al,Fe+3)3(SiO4)3OH
Grösse:ca. 2.3 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Richard Williner (+) (örtliche Bauleitung Steg) und André Henzen
Fluorit
Halogenid
CaF2
Kantenlänge: ca. 12 mm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Pyrit
Sulfid
FeS2
Grösse: ca. 1.5 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Mitarbeiter der Geologengruppe Lötschberg-Basistunnel
Pyrit "Stengelpyrit"
Sulfid
FeS2
Grösse: ca. 5 mm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Markus Weh, Geologe
Pyrrhotin (Magnetkies)
Sulfid
Fe1-xS (x = 0 bis 0.17)
Grösse: ca. 15 mm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Ivan Jeitziner (Mineur), erhalten von Robert Ottiger, Geologe
Pyrrhotin (Magnetkies)
Sulfid
Fe1-xS (x = 0 bis 0.17)
Grösse: ca. 1 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Stefan Imseng (Gehilfe Mineralienaufsicht) und André Henzen
Pyrrhotin (Magnetkies)
Sulfid
Fe1-xS (x = 0 bis 0.17)
Grösse: ca. 2 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Stefan Imseng (Gehilfe Mineralienaufsicht) und André Henzen
Pyrrhotin (Magnetkies) auf Nebengestein
Sulfid
Fe1-xS (x = 0 bis 0.17)
Grösse: ca. 2 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen
Pyrrhotin (Magnetkies) mit Pyrit
Sulfid
Fe1-xS (x = 0 bis 0.17)
Grösse: ca. 3.5 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: muss noch überprüft werden
Pyrrhotin (Magnetkies)
Sulfid
Fe1-xS (x = 0 bis 0.17)
Grösse: ca. 4 cm
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Stefan Imseng (Gehilfe Mineralienaufsicht) und André Henzen
Pyrrhotin (Magnetkies) mit Quarz
Sulfid
Fe1-xS (x = 0 bis 0.17)
Grösse: 5.1 cm
Kommentar: An und für sich schon ein aussergewöhnlich schöner und grosser Kristall, ein Pyrrhotin-Doppelender mit Basispinakoid (100), wurde aber vom nachfolgenden Fund deutlich in den Schatten gestellt. Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: André Henzen, im Juli 2003
Pyrrhotin (Magnetkies)
Sulfid
Fe1-xS (x = 0 bis 0.17)
Grösse: 12.7 cm
Kommentar: Der Top-Fund aus dem Lötschberg-Basistunnel, vorgestellt an der Medienkonferenz vom 6. Januar 2004 in der Villa Tissières in Martigny. (Um keinen Zweifel an seiner Herkunft aufkommen zu lassen, hat der Kristall beim Wachstum gleich die Form der Schweiz angenommen!)
Fundort: Lötschberg-Basistunnel
Finder: Stefan Imseng (Gehilfe Mineralienaufsicht) und André Henzen, im September 2003

Der herausragende Fund im Lötschberg-Basistunnel


Vorderseite


Rückseite

Kommentar:
Es handelt sich wahrscheinlich um den zweitgrössten Pyrrhotin-Einzelkristall aus der Schweiz, aber gemäss Meinung von Experten wahrscheinlich um den schönsten Pyrrhotin aus dem Alpenraum. Gemäss Literatur sind mir in der CH bisher Kristalle bis 12 cm bekannt (Weibel et al. 1990), z. B. aus dem Gotthardbahntunnel 12 cm lang (Stalder et al. 1998). Allerdings existiert im Naturhistorischen Museum Bern ein noch etwas grösserer, tafeliger Pyrrhotin (10x14x3 cm, von Pyrit umkrustet, teils abgebrochen und ungleichmässig) aus der Kraftwerkzentrale Sedrun (mündl. Mitteilung B. Hofmann).

Dank:
Als Mineralienaufseher wurden mir an diesem Tag vom Geologen Federico Giovanoli (Büro Odilo Schmid in Brig) und von Christian Ebener, Mitarbeiter der Firma Herrenknecht (TBM-Fabrikant) aus dem Tunnel telefonisch Informationen über ein paar neue Klüfte gemacht. Ohne diesen entscheidenden Tipp wäre der Fund nicht möglich gewesen, denn die relativ kleine Kluft, welche in einer hinteren "Kammer" diesen Pyrrhotin hervorbrachte, war von den Mineuren schon nach Bergkristallen durchsucht, ausgebeutet und in diesem Sinne schon "abgehakt" worden.

Ich machte mich nach diesem Telefonat mit dem Auto direkt auf den Weg nach Raron und begann unterwegs noch einen Gehilfen zu suchen. Nach einigen Telefonaten war klar, dass von den bisherigen Gehilfen nur Stefan Imseng mitkommen konnte. Er war unterwegs nach Visp und kam direkt zum Portal Raron Ost, wo wir den nächstmöglichen Zug in den Tunnel Raron Ost nahmen. Nach einem kurzen Augenschein vor Ort bat ich dann Stefan Imseng, an dieser Kluft noch etwas weiter zu arbeiten und dann ging es fast Schlag auf Schlag. Ich hatte fast zu wenig Zeit, alle Funde sorgfältig einzupacken, denn Stefan Imseng brachte ein Klassestück nach dem anderen aus dem hinteren Teil der Kluft hervor.

Ein grosser Dank geht an alle Mineure, Ingenieure und Mitarbeiter der Geologengruppe Lötschberg-Basistunnel (Chefgeologe Dr. Hans-Jakob Ziegler, Bern), welche diese teils herausragenden Funde durch ihre Mitarbeit überhaupt ermöglicht haben.

André Henzen, Mineralienaufseher NEAT Wallis

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